Bericht 34. DGL-Jahreskongress am 30.10.2025 in Berlin

Vom 30. Oktober bis zum 01. November 2025 fand im Estrel Tagungshotel in Berlin (Abb. 1) der 4. Gemeinschaftskongress der zahnmedizinischen Fachgesellschaften im Rahmen des Deutschen Zahnärztetages statt. Mit über 290 Referentinnen und Referenten sowie mehr als 3000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern war die Veranstaltung ein eindrucksvoller Erfolg. Das nach zwei Jahrzehnten erneut aufgegriffene Konzept eines breit angelegten Gemeinschaftskongresses bot den idealen Rahmen für interdisziplinären Austausch und eine umfassende Darstellung des aktuellen wissenschaftlichen und klinischen Kenntnisstands innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK).

Abbildung 1: Tagungsort der Deutschen Gesellschaft für Laserzahnheilkunde (DGL) beim Deutschen Zahnärztetag 2025 im Estrel Tagungshotel

Eröffnung der DGL-Jahrestagung

Die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Laserzahnheilkunde (DGL) wurde durch ihren Präsidenten, Univ.-Prof. Dr. Andreas Braun, feierlich eröffnet. In seiner Begrüßung betonte er die Bedeutung laserbasierter Innovationen für die moderne Zahnmedizin und die Rolle der DGL als Impulsgeberin für innovative Therapieansätze.
Den Auftakt bildete ein eindrucksvoller, historisch orientierter Vortrag von Dr. Georg Bach, der unter dem Titel „30 Jahre Diodenlaser in der Zahnheilkunde“ eindrucksvoll die Entwicklung, Meilensteine und klinischen Fortschritte der Diodenlasertechnologie darstellte. Seine Ausführungen verdeutlichten, wie entscheidend laserbasierte Verfahren heute in vielen Behandlungsbereichen etabliert sind.

Fachvorträge zu aktuellen Entwicklungen in der Laserzahnheilkunde

Unter dem übergeordneten Tagungstitel „Laser in aller Munde – Grenzen und Möglichkeiten von Laseranwendungen in der Zahnmedizin“ boten die anschließenden Vorträge einen breiten Einblick in die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse und klinischen Einsatzmöglichkeiten.

Abbildung 2: Univ.-Prof. Dr. Andreas Braun gibt eine Übersicht über antimikrobielle Therapieverfahren mit Laserlicht

Univ.-Prof. Dr. Andreas Braun präsentierte neueste Forschungsergebnisse zur „Antimikrobiellen Therapie mit Laserlicht“ (Abb. 2). Er diskutierte das Potenzial laserbasierter Verfahren als ergänzende oder alternative Therapieoption zu Antibiotika in der Parodontitisbehandlung – ein Thema von hoher Relevanz angesichts zunehmender Resistenzen und steigender Anforderungen an nachhaltige, patientenschonende Therapien.
Dr. Stefan Grümer gab im Anschluss eine fundierte Übersicht über „Therapiemöglichkeiten der Periimplantitis“ (Abb. 3). Dabei stellte er konventionelle und laserbasierte Ansätze gegenüber und zeigte klinisch relevante Entscheidungswege für eine zielgerichtete, effektive Behandlung auf.

Abbildung 3: Dr. Stefan Grümer thematisiert in seinem Vortrag die Möglichkeiten der Therapie von Periimplantitis

Lasergestützte Regeneration, Diagnostik und Endodontie

Ein weiterer thematischer Schwerpunkt lag auf der Förderung von Regeneration und Wundheilung durch Laserlicht. Dr. Sarah Böcher und Priv.-Doz. Dr. Jörg Meister referierten gemeinsam zur „Photobiostimulation zur Förderung der Wundheilung“. Ihre Präsentation beleuchtete sowohl biologische Grundlagen als auch konkrete klinische Anwendungsszenarien biostimulativer Therapieansätze.

Im Bereich der Diagnostik stellte Univ.-Prof. Dr. Georg Conrads die in Aachen untersuchte Methode der „Tot-Lebend-Darstellung der bakteriellen Besiedlung des Wurzeldentins“ vor – ein innovatives Verfahren, das es erlaubt, mikrobielles Verhalten im endodontischen Kontext deutlich präziser abzubilden und so basierend auf Ergebnissen der Grundlagenforschung klinische Therapieentscheidungen zu optimieren.

Den Abschluss des wissenschaftlichen Programms der DGL bildete der Vortrag von Dr. Johannes-Simon Wenzler zur „Optimierung antimikrobieller Strategien in der endodontischen Therapie“ (Abb. 4). Er diskutierte moderne Laserapplikationen im Wurzelkanalsystem und zeigte, wie eine Kombination aus konventionellen Verfahren und Lasertechnologie zu verbesserten Behandlungsergebnissen führen kann.

Abbildung 4: Dr. Johannes-Simon Wenzler gibt eine Übersicht zur „Optimierung antimikrobieller Strategien in der endodontischen Therapie

Resümee des Gemeinschaftskongresses

Der Gemeinschaftskongress fand sowohl in der niedergelassenen Zahnärzteschaft als auch an den Universitäten große Resonanz. Die besonders hohe Beteiligung von Studierenden und jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unterstrich die Attraktivität des Kongressformats und förderte den interdisziplinären, generationsübergreifenden Austausch.

Mit seinem vielfältigen, wissenschaftlich fundierten Programm und der starken Vernetzung der beteiligten Fachgesellschaften erfüllte der Kongress seine Zielsetzung in vollem Umfang: Laserzahnheilkunde im breiten Kontext der modernen Zahnmedizin zu präsentieren, aktuelle Entwicklungen zu beleuchten und den Dialog zwischen Praxis, Forschung und Lehre nachhaltig zu stärken.

Bericht: Univ.-Prof. Dr. Andreas Braun

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